
Hauptstadt
Maskat. Einwohner: ca. 25.000(2008). Im engeren Stadtbereich, in der Hauptstadtregion ca. 640.000.

Staatsform
Oman ist ein Sultanat. Die Familie des Sultans ist seit dem 18. Jahrhundert an der Macht. 1991 ließ der absolutistisch herrschende Sultan Quabus Bin Said erstmals eine beratende Versammlung auf Regierungsebene zu, die allerdings keine gesetzgebende Funktion hat.

Geographie
Oman liegt an der Südostspitze der arabischen Halbinsel. Das Land grenzt im Westen an die Vereinigten Arabischen Emirate, Saudi-Arabien und die Republik Jemen. Zum Staatsgebiet gehört auch die nördlich der Vereinigten Arabischen Emirate gelegene Musandam-Halbinsel, eine Küstenenklave in der Straße von Hormus. Von dieser Region aus verläuft das Al-Hajar-Gebirge in südöstlicher Richtung. Die 2700 km lange Küste erstreckt sich vom Golf von Oman zum Arabischen Meer mit den ebenfalls zum Oman gehörenden, vorgelagerten Kuria-Muria-Inseln. Im Nordwesten liegt die schmale fruchtbare Ebene der Batinah-Küste. Im Süden, durch eine Wüste vom Norden abgetrennt, liegt die Provinz Dhofar. Der Oman ist etwas kleiner als Deutschland.

Klima
Im Landesinneren ist es sehr heiß und trocken, in den Küstenebenen im Norden und in Dhofar feuchtheiß, vor allem im Juni und Juli herrschen Temperaturen über 35 °C. Maskat hat im Januar Durchschnittstemperaturen von 22 °C, im Juni um 34,5 °. Die Niederschlagsmenge ist regional verschieden, in Salalah gibt es zwischen Juni und September leichtere Monsunregen. Beste Reisezeit September bis April.

Wirtschaft
Das Land exportiert hauptsächlich Erdöl und Erdgas, sowie etwas Kupfer und Chromit.

Geschichte
Über die frühe omanische Geschichte ist bislang nur wenig bekannt, da eine intensive archäologische Forschung erst seit Anfang der 70er Jahre betrieben wird.
Erste Funde datieren zurück auf das Jahr 10 000 v. Chr., es handelt sich um Überreste von Feuerstellen. Bei Maskat fanden sich erste Spuren von Siedlungen, die ältesten sind etwa 7000 Jahre alt.

Bevölkerung
Etwa 75 % der Bevölkerung sind islamische Ibaditen. In den Hafenstädten leben zahlreiche Inder, Pakistaner, Bangladeschi und Filipinos. Der Oman ist eines der am dünnsten besiedelten Länder der Erde. Etwa 5% der Bevölkerung leben noch als Nomaden. Seit einigen Jahren steigt die Bevölkerungszahl an, das liegt vor allem am Zuzug ausländischer Arbeitnehmer, aber auch am Rückgang der Säuglingssterblichkeit aufgrund der besseren medizinischen Versorgung. Mehr als die Hälfte der Omaner ist derzeit unter 16 Jahre alt. Die Lebenserwartung liegt gegenwärtig bei 75 Jahren

Soziale Lage
Schon in den 1970er Jahren begann Oman soziale Einrichtungen aufzubauen, wie Alters- und Invaliditätsrenten, Witwen- und Waisenunterstützungen. Das Gesundheitswesen wurde sehr verbessert, die medizinische Behandlung ist kostenlos. Größere Probleme mit Arbeitslosigkeit gibt es im Land nicht.

Bildung
Ungefähr 80 % der männlichen und 75% der weiblichen Bevölkerung sind alphabetisiert. Es besteht keine allgemeine Schulpflicht, aber über 90% der Kinder werden eingeschult, der Schulbesuch ist kostenlos. Es gibt bislang eine staatliche Hochschule, die Sultan-Qabus-Universität in Maskat, sowie vier private Universitäten. Außerdem existieren noch sechs staatliche und zwölf private Colleges, die man mit unseren deutschen Fachhochschulen vergleichen kann.

Sprache
Amtssprache ist Arabisch. Persisch und Urdu sind teilweise Umgangssprachen. Englisch wird ebenfalls gesprochen.

Religion
Islam ist Staatsreligion; 75 % Ibadi-Muslime sowie sunnitische Minderheiten; 15% Hindus.
Die oft mit dem Islam in Verbindung gebrachte Radikalität und Bereitschaft zur Gewalt wird von den Ibaditen, einer besonderen Glaubensrichtung des Islam abgelehnt : "Gewalt und Intoleranz entsprechen nicht dem Wesen des Islam" verkündete Sultan Quabus. Im Islam gibt es keine mit der christlichen Kirche vergleichbaren sozialen Institutionen, auch keine gesetzliche Kirchen- Steuerabgabe. Es gibt im Islam jedoch die sogenannten fünf Säulen, welche die wesentlichen Pflichten für Muslime umreißen:
1. Das Glaubensbekenntnis (schahada),
2. Einhalten der fünf täglichen Gebete (salat)
3. jährliches Entrichtung der Almosensteuer (zakat)
4. Fasten während des Ramadan (saum)
5. Die Pilgerreise nach Mekka einmal im Leben (hadj)
Die "freiwillige" Abgabe eines bestimmten Prozentsatzes des persönlichen Einkommens, „Zakat" genannt, wird u.a. vom Ministerium für islamische Angelegenheiten und Recht verwaltet und für den Bau von Moscheen oder die Unterstützung bedürftiger Menschen verwendet. Wer Anspruch auf diese Almosengelder hat, ist im Koran festgehalten.

Kulturbesonderheiten
Männerkleidung
Im Oman geht kein Mann ohne Kopfbedeckung aus dem Haus.
Diese besteht entweder aus einer runden Kappe, „Kumma" genannt, einem Kaschmirtuch, dem „Massar", oder einer Kombination aus beidem, wobei der Massar über der Kumma gewickelt wird.
Das lange Gewand heißt „Dishdasha" und hat drei Besonderheiten: Es hat keine Brusttasche, vom Kragen baumelt eine Quaste, die in Parfüm getaucht wird und es gibt sie nicht nur in Weiß, wie in den Emiraten oder Saudi-Arabien, sondern in allen erdenklichen Farben.
Der Krummdolch, „Khandjar" wird nicht nur zu festlichen Anlässen angelegt, er gehört zum „Tagesgewand" des Mannes. Dagegen wird ein mantelartiger Überwurf in schwarz oder braun, mit einer Goldbordüre „Bisht" genannt, nur an Fest- und Feiertagen getragen.
Frauenkleidung
Bei der Kleidung der Frauen gibt es große regionale Unterschiede in Farbe, Material und Stil. Meist tragen sie eine Hose, den „Sirwal". Sie ist oben weit und bequem, läuft an den Knöcheln eng zusammen und ist dort mit Stickereien verziert. Über der „Sirwal" wird ein bis zu den Knien reichendes Hemd, die „Kandoura" getragen, farblich zur Hose passend und ebenfalls bestickt.
Das Kopftuch, das „Lahaf", gibt es in verschiedensten Ausführungen, was Farbe, Größe oder Muster betrifft. In der Stadt tragen viele Frauen über den farbenprächtigen Kleidern die „Abaya", den schwarzen Umhang, ihr Gesicht verschleiern sie allerdings nicht. Die „Burqa", eine Art Maske tragen hauptsächlich die Beduinenfrauen, in der Stadt sieht man sie selten.

Ortszeit
MEZ + 3. Keine Sommer-/Winterzeitumstellung in Oman.
Differenz zu Mitteleuropa beträgt im Winter +3 Std. und im Sommer +2 Std.

Netzspannung
220/240 V, 50 Hz; Adapter empfohlen.

Währung
1 Omanischer Rial = 1000 Baiza. Währungskürzel: OMR. Banknoten gibt es im Wert von 50, 20, 10, 5 und 1 OR sowie 500, 250, 200 und 100 Baiza; Münzen in den Nennbeträgen 500, 250, 200, 100, 50, 25, 10 und 5 Baiza. Der Omanische Rial ist an den US-Dollar gebunden. 1 € = 0,56 OMR